Dufte Welt – Wie Düfte unser Leben beeinflussen

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Unsere dufte Welt
Unsere dufte Welt

Parfüm – Mehr, wie einfach nur dufte!

Denken wir an Düfte, fallen uns natürlich unsere liebsten Parfüme ein. Es macht uns große Freude, sie zu tragen und dafür schon mal ein Kompliment zu bekommen. Unsere persönliche Duftnote, oft ein Signaturduft, sagt durchaus auch etwas über unseren Charakter aus. Sind wir schüchtern, romantisch, leidenschaftlich, sportiv oder forsch in unserer Art? Dann kann ein getragenes Parfüm uns verraten, dem Gegenüber mehr über unser Wesen erzählen. Doch damit noch nicht genug. Greifen wir zum Herren- oder Damenduft, kann dies darüber entscheiden, ob wir unserem Gegenüber sympathisch erscheinen – oder auch nicht. Die Aussage „Den kann ich nicht riechen!“ ist nämlich längst kein Werk der Phantasie, sondern wirklich entscheiden Gerüche darüber, ob Menschen etwas als positiv oder negativ empfinden. Dies gilt in zwischenmenschlichen Beziehungen, bei der Partnerwahl, beim Essen sowie in vielen anderen Bereichen. Im Grunde besteht unsere gesamte Umwelt aus einer Flut an Gerüchen. Bäume riechen, Blumen duften, Lebensmittel haben meist einen charakteristischen Geruch und sogar Tiere wie auch Menschen haben einen individuellen Körpergeruch. Die olfaktorische Wahrnehmung (Olfaktorik) ist ein wesentlicher Bestandteil des Menschseins, denn unsere Fähigkeit, riechen zu können, beeinflusst gravierend unser Leben – ob wir uns nun mit edelsten Duftwässern parfümieren oder nicht. Düfte haben auf Lebewesen ihre Wirkung.

Olfaktorische Wahrnehmung in Schwellen

Das eigentliche Talent beim Riechen ist unser Gehirn. Beim nasalen Einatmen werden durch die Nase Moleküle zum Gehirn transportiert, welches die Aufgabe hat, in Bruchteilen von Sekunden eine Geruchsanalyse zu machen. Wird ein Geruch als unangenehm empfunden, wirkt die Geruchsauswertung wie ein Schutzschild und erzeugt eine Abwehrreaktion. Dies kann beispielsweise bei einem verdorbenen Lebensmittel bis zum Brechreiz führen. Ein Wohlgeruch sorgt indes für positive Emotionen. Diese Eigenschaft, also die anregende Wirkung von Düften, kann vielfältig genutzt werden. Das Riechtalent wird in so genannte Riechschwellen bzw. Geruchsschwellen unterteilt.

Unbewusstes Riechen

Nase und Gehirn interagieren unentwegt und somit ist das Geruchszentrum permanent damit beschäftigt, die auf uns einprasselnden Gerüche zu sammeln, auszuwerten und uns entsprechend reagieren zu lassen. Die erste Riechschwelle ist jene, bei der uns nicht bewusst ist, dass wir gerade Düfte erriechen. Ein gutes Beispiel sind die Pheromone, die uns z. B. bei der Partnerschaftswahl lenken. Man kann sie zwar nicht bewusst erriechen, aber sie entscheiden mit darüber, ob wir einen Mann oder eine Frau attraktiv finden.

Wir riechen „etwas“

Riechst du das? Ich rieche was. Irgendwas. Aber ich weiß nicht, was das ist!“ – Sicher haben Sie das schon mehrfach zu Ohren bekommen oder selbst gesagt. Wenn das passiert, befindet man sich in der Geruchsschwelle (Wahrnehmungsschwelle), bei der man zwar etwas Riechbares wahrnimmt, aber nicht zuordnen kann, um was es sich handelt.

Ah, das riecht doch nach…

Dies ist die so genannte Erkennungsschwelle, die es erlaubt, einen wahrgenommenen Geruch zuordnen zu können.

Duft von gemahlenem Kaffee
Duft von gemahlenem Kaffee

Manipulation durch Düfte

Nachdem wir nun wissen, dass Düfte permanent von uns ausgewertet werden und diese uns lenken, wundert uns nun auch nicht mehr, dass im Alltag Gerüche und deren Wirkung gezielt dazu ausgenutzt wird, uns zu manipulieren. Die Salespromotion Agentur CAVUS communications wird von großen Unternehmen beauftragt, beispielsweise ein Geschäft verkaufsfördernd zu parfümieren. Dabei meint man natürlich keinesfalls nur eine Parfümerie, die besonders gut und intensiv duften soll. Mit Duft-Marketing (Neuromarketing) kann man prinzipiell alles so beduften, dass durch das Parfümieren eine Absatzsteigerung erzielt werden kann. Der so genannte Point of Sale kann also erfolgreich nach oben gesetzt werden.

Typisches Beispiel: Im Lebensmittelgeschäft duftet es verführerisch lecker nach frisch geröstetem Kaffee.

Doch nicht nur im Lebensmittelbereich erzielt das Parfümieren seine Wirkung. Autos werden von Duftdesignern verkaufsfördernd beduftet, Waschmittel und Weichspüler werden immer wieder mit neuen Duftkreationen in den Handel geschickt und nicht selten verspricht man nicht nur einen guten Wäscheduft, sondern eine positive Wirkung, wie man sie aus der Aromatherapie kennt. Parfüm ist also weit mehr, als nur jene feine Flakons, die wir in den Parfümieren kaufen.

Wirken Düfte immer zuverlässig?

Der Olfaktorik kann man durchaus ein hohes Potenzial an zuverlässiger Wirkung nachsagen. Allerdings gibt es immer Ausnahmen: Menschen, die man nicht in gewünschter Weise manipulieren kann. Die ist dann etwa der Fall, wenn das menschliche Gehirn eine negative Dufterinnerung abgespeichert hat. Assoziiert man mit einem bestimmten Geruch ein negatives Erlebnis oder eine wirklich fiese Person, entwickelt sich meist eine regelrechte Aversion gegen diesen Duft. Man kann sogar regelrecht „allergisch“ auf den Riechstoff reagieren, Angstzustände, Panik oder Übelkeit bekommen, so dass Duftdesigner sich wirklich die Zähne ausbeißen können. Trifft man mit dem sonst so wirksamen Duft-Marketing auf die „falsche“ Person, nimmt diese eher Reißaus, als an Geldausgeben zu denken. Trotzdem lässt sich festhalten, dass es sich dabei meist um Ausnahmen handelt. Der Großteil der Menschen kann und wird durch die psychologische Wirkung von Düften gekonnt manipuliert und nicht immer merken sie es. Denn auch, wenn man ein Parfüm oder einen Duft nicht bewusst wahrnimmt, kann er dennoch wirken. So, wie man es von den Pheromonen kennt.

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